Was macht einen guten Chef aus und wie bringt man seine Mitarbeiter dazu, das zu tun, was sie tun sollen? Eine äußerst beliebte Antwort bei Arbeitnehmern: mit Wertschätzung und Respekt.

Offen und fair muss der Chef mit einem umgehen, ein transparentes Unternehmen führen und für ein ausgewogenes Arbeitsklima sorgen. Der Mitarbeiter will gefördert, aber nicht überfordert werden. Er will nicht nur geführt und gelenkt, sondern hin und wieder auch gestützt werden. Der Chef muss nicht nur Qualitäten auf dem Feld der Psychologie besitzen, sondern auch ein Organisationstalent sein und dem Mitarbeiter den Tag freischaufeln können, so dass sich dieser auf seine Arbeit konzentrieren kann. Ganz schön toll, was der Chef alles für einen macht. Aber damit ist der Mitarbeiter von heute noch nicht zufrieden. Er möchte sinnvolle und befriedigende Arbeit verrichten. Er will auch, dass man ihm Verantwortung überträgt und er will gelobt werden, wenn etwas gut läuft. Seine Leistung anzuerkennen, ist oberste Priorität. Gleichzeitig fordert er Flexibilität, Freiraum zur Selbstverwirklichung und die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln.

Er lässt sich nicht nachhaltig von Firmenautos und Gehaltserhöhungen beeindrucken, Werte wie Anstand und Respekt werden hingegen hoch geschätzt.

Der Chef wiederum muss begeisterungsfähig sein, denn nur so kann er seine Mitarbeiter motivieren. Er muss Kontakte knüpfen und tragfähige Beziehungen aufbauen können. Die Zeiten sind vorbei, als der gute Manager nur ein guter Unternehmer sein musste. Heute muss er vor allem viel Einfühlungsvermögen d.h. emotionale Intelligenz haben und die Fähigkeit besitzen, sich in seine Mitarbeiter hineinzuversetzen, andere Meinungen zu respektieren, aber auch Fehler zugeben zu können. Es geht um die gegenseitige Anerkennung. Zuckerbrot und Peitsche war gestern. Nicht mehr nur Vorgesetzter soll man sein, sondern auch Motivationstrainer. Manager müssen die Initiative ergreifen – wer heute den Kopf in den Sand steckt, dem rennen die Mitarbeiter in Scharen davon. Hohes kommunikatives Geschick und eine sehr gute Wahrnehmungskompetenz dürfen ebenfalls nicht fehlen. Gefühle der Mitarbeiter zählen genauso viel wie Zahlen und Fakten des täglichen Geschäfts. Der ideale Chef von heute ist eine Mischung aus Anthropologe, Mitarbeiterversteher, Psychologe und Feuerwehrmann (wenn’s irgendwo brennt), der ständig nur ein Ziel vor Augen haben sollte: seine Mitarbeiter glücklich zu machen.

Soweit die Theorie. Aber ist es überhaupt die Aufgabe von Unternehmen, Mitarbeiter glücklich zu machen? Ja, meint ein ehemaliger Topmanager von IBM, denn Wertschätzung fördert Motivation, Kreativität und Identifikation mit dem Unternehmen. Und glückliche Mitarbeiter erbringen mehr Leistung. Durch wissenschaftliche Erkenntnisse lässt sich das jedoch nicht nachweisen. Denn auch wenn der Mitarbeiter glücklich und zufrieden ist, will er trotzdem immer noch mehr (Geld). Gleichzeitig besteht das Risiko, dass die Situation ausgenutzt oder manipuliert wird. Der Mitarbeiter ist und bleibt ein kompliziertes Wesen und im Endeffekt können weder Psychologie, Soziologie noch Arbeistforschung die Frage beantworten, wie man einen Mitarbeiter dauerhaft glücklich macht und ob man das überhaupt soll. Ein allgemein gültiges Rezept gibt es nicht. Aber vielleicht ist emotionale Intelligenz in Form von Wertschätzung und Einfühlungsvermögen schon mal ein ganz guter Anfang.


http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-09/lob-wertschaetzung-chef-mitarbeiter

http://www.brandeins.de/archiv/2011/respekt/inflation-deranerkennung/

http://www.huffingtonpost.de/marco-de-micheli/warum-emotional-intellige_b_5081602.html

http://www.huffingtonpost.de/marco-de-micheli/so-einfach-koennte-es-sei_b_5099400.html