Integrierte Kommunikation ist für Unternehmen, Organisationen und Marken ein essenzieller Bestandteil der Marketingbemühungen.

Gerade die formale Integration – also die konsistente Gestaltung aller Markenkontaktpunkte – ist aufgrund der steigenden Anzahl von Partnern und Markenkontaktpunkten besonders wichtig, aber auch besonders schwierig geworden.

Die mangelnde oder sogar fehlende Auffindbarkeit von Inhalten in teils unübersichtlichen PDF-Dokumenten oder gedruckten Konvoluten führt oft zu eigeninitiierten Gestaltungsarbeiten von Partnern und eigenen Mitarbeitern. Dies wiederum kann zur Verwässerung der Marke beitragen und der Wirkung einzelner Kommunikationsmaßnahmen schaden. Was kann aber dagegen getan werden?

Schritt 1: Professionelles Design 

Marken werden heute daher nach einem Standard gestaltet, der ursprünglich für Websites reserviert war: dem Atomic Design. Zusammengefasst erklärt bedeutet das, dass im Atomic Design zunächst möglichst kleine Bausteine definiert werden. Diese sogenannten Atome werden schließlich in mehreren Stufen auf verschiedene Arten mithilfe von Gestaltungsprinzipien zusammengesetzt. So entsteht am Ende ein Designsystem, das unabhängig vom Medium agil an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann.

 

Was uns gleich zum nächsten Stichwort bringt: Agiles Design. Wenn ein Designsystem den Anspruch hat, agil zu sein, muss es auch durch einen agilen Managementansatz verwaltet werden. Dies durch den Versand statischer PDF-Styleguides erreichen zu wollen, klingt nach einem Paradoxon. Ist es auch.

Schritt 2: Marken und -assets zeitgemäß managen 

Als Arbeitsgrundlage verlangt das Designmanagement heute nach einem klar digitalen und einfach versionierbaren Ansatz. Ein solches Tool muss durch berechtigte Personen zentral ergänzt, verändert und verwaltet werden können. Die Versionierung von Inhalten muss einfach nachvollziehbar sein. Die aktuelle Version des Styleguides muss jederzeit mit dem Smartphone in der Hosentasche abrufbar sein. Man spricht von Living Styleguides, Brand Hubs, Brand Worlds oder Brand Portals. Mit diesen Systemen entwickeln sich Styleguides von Dokumentationen zu lebendigen Organismen, die sich in einem Modus befinden, der für moderne Marken ganz klar gilt: Always Beta.

Schritt 3: Tools auswählen

Einige Anbieter, wie beispielsweise Brand Master (brandmaster.com), Open Brand (openbrand.com) oder Frontify (frontify.com) bieten dafür interessante Online-Lösungen an. Mit ihnen wird neben einem Online-Styleguide auch der Austausch von Fotos und Videos mithilfe einer Media Library möglich gemacht. Die Kooperation mit Entwicklern wird durch Pattern Libraries erleichtert, in denen einzelne Code-Snippets in HTML, CSS und JavaScript verfügbar gemacht werden. Die agile Zusammenarbeit von Projektteams kann ortsungebunden in digitalen Workspaces erfolgen. Alle Ergebnisse und Updates können auf einer Portalseite verfügbar gemacht werden.

Das all dies gut funktioniert und auch gut aussehen kann, zeigen innovative Unternehmen wie die Lufthansa in ihrem Brand Hub: https://brand.lufthansa.com/. Die Lufthansa verwaltet über ihr Portal vier Styleguides, 30 externe Partner, 300 Projekte für mehr als 1100 unterschiedlich berechtigte User aus den Bereichen Branding, Marketing und Digital.

Unser Tipp:

Wenn es um die Wahl des richtigen Systems geht, helfen wir gerne weiter. Unabhängig davon schließen wir uns an Softselect an. Entscheiden Sie  nach folgenden Kriterien:

 

  • Technisch-funktionale Aspekte
    (Prozessabdeckung, Webfähigkeit etc.)
  • Anpassbarkeit/Skalierbarkeit an zukünftige Anforderungen
  • Leistungsfähigkeit des Anbieters
    (z. B.  entsprechende Referenzen)
  • Qualität des Supports (z. B. durch räumliche Nähe zum Anbieter)
  • Last, but not least: die Kosten
    (Preis-Leistungs-Verhältnis, Folgekosten)

Aber ist Print jetzt WIEDER EINMAL tot? 

Und sind jetzt alle liebevoll gestalteten, auf haptisch ansprechendem Papier gedruckten und in wunderschönen Verpackungen übergebenen CD-Manuals umsonst so aufwändig produziert worden? Nein, natürlich nicht. Vielmehr sind sie vom Arbeitsutensil zum hochwertigen Kommunikationsmittel gewachsen, das eine Marke multisensorisch zu kommunizieren vermag, wie es schon vor ihnen die Geschäftsberichte geschafft haben.