Macht ihr jetzt auf Digitalagentur, oder was? In letzter Zeit werden wir das ab und zu gefragt. Freut uns, manche lesen also aufmerksam unsere Newsletter. Und die Antwort auf die Frage ist eigentlich ganz einfach ...

Die Frage meiner Fachkollegen überraschte mich zunächst, der Grund dafür liegt auf Nachfrage aber wohl offenbar daran, dass wir in letzter Zeit ab und zu zum Thema gebloggt haben. Aber auch sonst fällt auf, dass die Wahrnehmung eher in die Richtung geht, eine „klassische“ Agentur kümmere sich ums Flugblatt für die nächste Postwurfsendung oder das Inserat im Stadtblatt. Mit digitalen Medien oder deren Produktion würden die sich nicht auseinandersetzen. Da stelle ich mir die Frage: Kann man sich das als Ansprechpartner und Experte für Kommunikation überhaupt noch leisten? Ich zitiere mal die Headlines meines abonnierten Newsletters für die Branche Marketing und Werbung (Ja, Newsletter. Nicht Flugblatt, Tageszeitung oder Infobroschüre):

„Content Marketing: Viele Unternehmen haben keinen Plan.“
„Pokémon Go soll geobasierte Werbung bekommen.“
„Snapchat im Marketing …“
„Warum Video-Content auf Facebook ein Muss ist.“
„Ads on Premium Publisher’s Sites are 3 times more effective at boosting brand favorability.“
„Wie Facebook sich für Werbetreibende unentbehrlich macht.“
„Mobile Marketing AMPlification: Content, performance and measurement.“

Und es sei dazu gesagt: das ist nicht der Newsletter für ONLINE-Marketing und ONLINE-Werbung. Natürlich beschäftigen wir uns nicht nur zu Recherchezwecken mit Digitalisierung, um dann einen schönen Newsletter zu verschicken und uns in aller Öffentlichkeit selbst die Digitalnadel ans Hemd zu stecken. Die klassische Agentur von gestern ist heute und zukünftig einfach digital – das ist der Standard der heutigen Zeit. Wer sich mit Themen wie Digital Signage, Content Marketing, Recruiting auf Social Media oder der digitalen Transformation analoger Kommunikationsmittel nicht auskennt, muss als Agentur entweder eine Nische im Printbereich besetzt haben oder fährt in unsichere Gewässer.

Und: Nein, ich bin keiner, der glaubt, Print sei tot. Ganz im Gegenteil. Print erlebt in vielen Bereichen einen völlig neuen Höhenflug. Nicht jedoch, wenn es darum geht, möglichst vielen Menschen die neueste Idee oder das neueste Produkt zu kommunizieren. Das erledigen Agenturen und UnternehmerInnen von heute und morgen natürlich kosteneffektiv online oder über digitale und interaktive Medien. Diese bieten neben ihrer besseren statistischen Erfassbarkeit auch viel bessere Wartungsmöglichkeiten, vermeiden Papiermüll und machen Werbung und Kommunikation durch ihre Interaktionsmöglichkeiten wieder spannend und erlebbar.

Man sollte aber auch verstehen, dass „digitale Medien“ nicht nur mit „Websites“ oder „Social Media“ gleichgesetzt werden dürfen. Der digitale Bereich ist natürlich viel größer. Dabei ist in unserem speziellen Fall die Schnittmenge von Corporate Design, Content Marketing, Corporate Publishing und User Experience ein äußerst interessanter Bereich. Wir arbeiten beispielsweise an Lösungen für Fragen wie: Wie schaffe ich es, bisher analoge Inhalte auf digitale Geräte zu transferieren. Wie schaffe ich es, meine Marke auf Messen zusätzlich zur analogen und multisensuellen Wahrnehmung auch digital und interaktiv erlebbar zu machen? Wie schaffe ich es, Inhalte zeit-, zielgruppengesteuert und personalisiert an die Frau und den Mann zu bringen?

Denn auch innerhalb der digitalen Medien gibt es mittlerweile sehr interessante Alternativen für „klassische Medien. Denken wir nur an die Unternehmenspräsentation, die als Powerpoint-Präsentation für die weltweit verteilten Vertriebsmitarbeiter bereitgestellt wird. Man kann den Countdown kurz halten, der herunterzählt, wie lange die PPT nach Veröffentlichung auf dem hauseigenen PIM-System noch dem Corporate Design des repräsentierten Unternehmens entspricht. Wenn wir also nicht nur über Lösungen nachdenken, was dem Vertrieb, der Geschäftsführung oder der Abteilung für Corporate Communications die Verteilung und Präsentation eigener Inhalte leichter machen könnte, sondern diese für unsere Kunden auch produzieren, macht uns das nicht zu einer Digitalagentur. Es macht uns zu einer Agentur, die zuhört, versteht und zeitgemäß designte Lösungen für aktuelle Problematiken zur Verfügung stellt. Aber natürlich können wir nicht alles abdecken, was diese Welt bereithält. Dafür haben wir aber gute Partner auf allen denkbaren Ebenen.

Also ja, wir machen einen auf Digitalagentur. Aber ganz ehrlich: What else?