Die DAtenflut eindämmen und gleichzeitig Wertschöpfung generieren, geht das?

Nachhaltigkeit weiter gedacht.

Nachhaltigkeit im Unternehmen

Wir verschleudern unsere Ressourcen, als hätten wir unendlich viele zur Verfügung. Dieses Verhalten zeigt sich nicht nur im Bezug auf unsere Umwelt, sondern oft schon im eigenen Unternehmen. Im Werbekontext betrifft das vor allem unsere Kommunikation nach außen. Ähnlich wie bei unserem akuten Umweltproblem scheint es, als würden wir jegliche Verantwortung auch im eigenen Unternehmen von uns weg schieben. Viele Unternehmen scheinen weder den Sinn der eigenen Unternehmenskommunikation zu hinterfragen, noch Möglichkeiten zur Verbesserung zu suchen. Es wird einfach gemacht. Oder eben auch nicht. Unaufhaltsamer Aktionismus vs. blinde Ignoranz.

Während bei unserer Umwelt im Prinzip jede Initiative zu einer Verbesserung der Ist-Situation führt, ist dies in der Unternehmenskommunikation nicht automatisch gleich. Eher im Gegenteil: Meist endet unaufhaltsamer Aktionismus im Qualitätsverlust und führt zum Verfehlen der eigenen Kommunikationsziele.

Welchen Preis sind wir also bereit zu zahlen?

Eine Antwort auf diese Frage fällt meist schwer, da wir in Sachen nachhaltige Kommunikation drohende Risiken zwar richtig einschätzen können, jedoch durch erfolgreiches Verdrängen oder Kleinreden der Probleme unser eigenes Handeln betäuben. In jedem Fall sollen alle Aktivitäten aber möglichst effizient und effektiv sein. Der Output muss hochwertig, die Investition gering und der Return on Investment ein Vielfaches sein.

Reden wir aber ausnahmsweise mal nicht von Geld, sondern dem wirklich wertvollen Unternehmenskapital, wie dem Wissen und der Fähigkeiten der eigenen Mitarbeiter, wird es noch schwieriger eine zu­frie­den­stel­lende Antwort auf die Preisfrage zu finden. Dabei sind es genau diese „Ressourcen“, die, verpackt als konsumierbarer Content, den Wert eines Unternehmens ausmachen. Mitarbeiter werden zur eigentlichen Goldquelle und diese sollte daher auch möglichst nachhaltig genutzt werden.

Was können wir also tun?

Tauchen wir in die Welt der Werbestrategien ab und verlassen die analoge Ebene, so befinden wir uns nicht erst seit kurzem in den digitalen Tiefen des Cyberspace. In dieser Online-Welt regieren vor allem die künstliche Intelligenz und der Nutzer selbst. 

Inhalte, durch die wir mit unseren Kunden kommunizieren, bilden dabei die Substanz dieser nicht greifbaren Welt. Und von dieser Substanz alias Content gibt es inzwischen unfassbar viel.
 

Was früher eine Flut an meist uninteressanten Inhalten war, ist heute Dank Targeting und SEO zwar oftmals relevant, die Massen jedoch nehmen weiter zu und haben inzwischen monsunartige Ausmaße angenommen. Unzählige Berichte, Newsletter, Posts, Bilder und Videos prasseln auf uns nieder und ertränken uns im Meer der Online Marketing Möglichkeiten. Zu viel Content schafft jedoch nur eins: überforderte Nutzer. 

Zur erfolgreichen Content Strategie zählt daher nicht mehr nur die Produktion und Distribution neuer Inhalte. Vielmehr muss der Umgang mit neuen und bereits bestehenden Inhalten anders gedacht werden. Was braucht es wirklich? Was kann ich wiederverwerten? Und welchen Content muss ich neu produzieren? Warum also nicht die eigene Marketingstrategie an den Prinzipen der Nachhaltigkeitslehre ausrichten? Reduce – Reuse – Recycle. 

Gedanken wie diese können Unternehmen helfen, ergebnisorientierte Entscheidungen hinsichtlich Investitionen in ihren Content zu treffen. Es empfiehlt sich, eine ordentliche Bestandsaufnahme von allen Inhalten zu machen und anschließend zu evaluieren, was in der Unternehmenskommunikation nachhaltig verwertet werden kann. Content, der im Zuge dessen neu produziert bzw. aufbereitet werden muss, sollte immer das bestehende Content-Portfolio komplementieren. Das schafft nicht nur Mehrwert für die Kunden, sondern vor allem auch für das eigene Unternehmen. Denn je nachhaltiger man einen Inhalt behandelt, umso größer ist dessen Wertschöpfung – eine echte Investition ins eigene Unternehmen! 

Aber aufgepasst! Jedes noch so nachhaltige Content-Management bringt nichts, wenn weder Zielgruppen, Zielkanäle noch Zielmarkt im Vorhinein analysiert und definiert wurden. Nur durch ausreichende Analysen, sowohl intern als auch extern, können wir erfolgversprechende Kommunikationsziele für ein Unternehmen beschreiben und verfolgen. Es gilt, die Content Marketing Strategie genau zu formulieren, um einen Fahrplan für die Unternehmenskommunikation mittels relevantem Content festzulegen.

Bedenken wir also alle beschriebenen Notwendigkeiten und integrieren on top eine Automatisierungssoftware, so können wir unseren Content als einen ausgereiften, selbstfahrenden Tesla betrachten. Unser Reiseziel muss mit der geladenen Energie (Ressource aka. Content aka. Geld) erreicht werden; Ziel und Füllmenge geben wir also vor. Dann heißt es Motor starten, los fahren und hoffen, sich nicht verkalkuliert zu haben.

Wir empfehlen:

Einen Gang zurück schalten und den Tempomat auf die empfohlene maximal Geschwindigkeit einstellen. Fuß vom Gas, zurücklehnen und das Auto einfach fahren lassen. In unserem Fall ist das der Content, der, sofern er sich einer guten Vorbereitung und Sinnhaftigkeit erfreut, ein ausgesprochen guter Selbstfahrer sein kann. In diesem Sinne: Bon Voyage!

Diana Eglseder
Juli 2019