TRENDS 2017

Von Horoskop bis Marketingtrend – zusammengefasst.

Trends 2017

Neben Eisschwimmen, Marzipanschweinverzehren, Neujahrsvorsatzjoggen oder Bleigießen ist rund um den Jahreswechsel ja der Blick in die Kristallkugel besonders beliebt. Bei manchen heißt das dann Megatrends, bei anderen Zukunftsszenarien oder auch ganz schnöde nur Horoskop. Und man kommt kaum umhin, sich ebenfalls mit der Zukunft – der eigenen wie der des Universums – zu beschäftigen. Ok, hab ich auch gemacht und mal mit meinem Horoskop angefangen.

Wir haben 2017 das Jahr der Sonne, falls Sie das bisher nicht wussten. Und das verheißt zunächst, wie wir das von der Sonne erwarten, für alle von uns viel positive Energie, Kraft, Lebensfreude und Bewegung. Das kämpferische Mars-Jahr ist zu Ende, es macht sich allgemeine Entspannung und Ruhe breit. Hurra. Klingt doch super. Dabei hatte ich gar nicht das Gefühl, dass ich 2016 mordsmäßig kämpfen musste.

Für mein Arbeitsjahr sagt das Horoskop voraus, dass es im Jänner gleich wieder ordentlich zur Sache geht (stimmt übrigens, kaum wieder im Büro, schon füllt sich die Projektliste), dass dann Ende Februar, wenn Merkur in den Wassermann wechselt (?), die Störungen nachlassen (die ich derzeit noch nicht wahrnehme), dass die Geschäfte im März besonders gut werden, im April aber Gewitterwolken aufziehen, die sich im Mai wiederum in strahlenden Sonnenschein auflösen werden, um im Juni das erste Halbjahr mit angenehmem Geplätscher auslaufen zu lassen. Eh nicht so schlecht, find ich.

Das zweite Halbjahr läuft ähnlich, nur eben anders herum – vom Höhepunkt im Sommer über Turbulenzen zum Herbstbeginn mit Entspannung im November und unspektakulärem Ausklang im Dezember. Uff, das wäre geschafft.

Und sonst so?

Abgesehen von den Prognosen Gerda Rogers und Konsorten glaube ich persönlich ja daran, dass ich im Jahr der Sonne tendenziell mehr Weißwein als Rotwein trinken werde. Dass ich auch diesen Jahr den Sommer definitiv lieber mögen werde als den Rest des Jahres, dass das Wetter auch heuer Kapriolen schlagen wird und die Immobilienpreise weiter steigen. Dass ich öfter geschmortes Kaninchen kochen, mit meinen beiden kleinen Töchtern mehr Zeit im Zwergenwald verbringen und ziemlich wahrscheinlich kein mega Sportprogramm stemmen werde.

Was nun aber die große, bunte Welt der nicht-persönlichen Prognosen betrifft, also die Mega- und sonstigen Trends, stelle ich von Jahr zu Jahr mehr fest, dass ich sie immer weniger lesen mag. Nicht weil ich zu eitel bin, meine Brille aufzusetzen und deshalb das Lesen grundsätzlich vermeiden möchte. Sondern vielmehr deshalb, weil es meist der selbe Schmafu wie im Jahr davor ist –  mit irgendeiner digitalen Erweiterung. Und auch, wenn es ganz oft ziemlich irrelevant für die tatsächlichen, direkten Anforderungen unseres beruflichen Lebens ist. Im Rückblick zum Trend der anhaltenden Veränderung und digitalen Transformation haben sich auch nur wenige wirklich in diese Richtung entwickelt oder haben sich transformiert.

Dass, um auch noch auf unser Berufsfeld zu sprechen zu kommen, die Bedeutung der digitalen Kommunikationskanäle nicht geringer werden wird, dass mit den sich weiter entwickelnden Möglichkeiten des Trackings und Reportings die Anforderungen an Genauigkeit, Kontinuität und Wahrhaftigkeit steigen oder dass mit der zunehmenden Beschleunigung die Halbwertszeit von Botschaften sinkt – all das ist ja bitteschön keine Erkenntnis, vor der man ehrwürdig auf die Knie sinkt. Das könnte einem im Zweifelsfall auch der Hausverstand (nicht die vom Billa, sondern der oder die eigene) sagen.

Vielleicht ist auch die Fantasie der Trendforscher bei der Namensfindung ein Indiz dafür, dass sie selbst oft nicht so sehr an die Fülle, sondern mehr an die Hülle ihrer Thesen glauben. Oder wie kommt man sonst auf „Clusterfuck“, „Hygge-Trend“ oder „Mindful Business“ (hoffentlich ist ein bissl Hirn und Geist beim Business mit dabei!).


Ich will ja keineswegs leugnen, dass die Antizipation vom möglichen Entwicklungen auch ein Teil der Basisanforderungen in unserem Beruf ausmacht. Aber könnten wir bitteschön auch mal im Hier und Jetzt bleiben und einfach unseren Job so richtig gut machen? Könnten wir vielleicht auch mal wieder ganz unbelastet über eine wirklich saugute Idee philosophieren, ohne über deren Auswirkungen auf „Erleuchtete Digitalisierung“ nachzudenken? Und könnten wir bitte einfach manchmal darauf pfeifen, ob jemand von uns ein Foto auf Instagram posten könnte, das uns gerade beim gemütlichen Mittagessen samt Weinflasche mit einem lieben Kunden zeigt und uns stattdessen über den guten Kontakt, die anregenden Gespräche und den guten Tropfen freuen?

Zum Schluss lasse ich mich noch zu einer Prognose für mein persönliches Jahr 2017 hinreißen: Ich werde heuer mehr den Menschen begegnen, mich mehr um sie kümmern und Zeit in Zuhören, Nachdenken und Machen investieren. Die Zukunft wird vermutlich kommen und dann werde ich schon sehen, welchen Trend sie mit im Gepäck hat. Und dann laufe ich zu Hochform auf, denn eine meiner Stärken wird auch 2017 bleiben, dass ich sehr intuitiv auf Situationen und Anforderungen reagieren kann. Oder wir Kaiser Franz mal sehr treffend sagte: „Schau ma moi, dann werma scho sehn.“


Andreas Mathis, Jänner 2017


http://www.schicksal.com/Horoskope/Horoskop-Jahreshoroskop/Jahreshoroskop-2017#.WHTlPrbhCV4

https://www.zukunftsinstitut.de/dossier/megatrends/

http://t3n.de/news/mega-trends-2017-7-experten-782580/

http://www.smartinsights.com/managing-digital-marketing/marketing-innovation/digital-marketing-trends-2016-2017/


http://www.capital.de/themen/marketing-trends-digitalisierung-personalisierung-kreativitaet-8346.html