Kunde, König, Fussballmatch

Der Kunde ist König, heißt es. Oder besser gesagt: hieß es, was uns anlangt.

Kunde, König, Fußballmatch

Denn wir haben unsere Kunden (K) enttrohnt oder zumindest arbeiten wir dran. Wir haben ihnen den royalen Status insofern abgesprochen, als wir sie zum Mitmachen mit dem Volk, also mit uns, motiviert haben. Und wir haben uns erlaubt, stattdessen ihr Produkt, ihre Dienstleistung, ihr Ein-und-Alles zum Kaiser und König zu krönen.

Zum Glück rennen wir meistens offene Türen ein, wenn wir klar machen wollen, dass es nicht darum geht, das eigene Produkt selbst toll, wunderbar und einzigartig zu finden, sondern dass vielmehr Ziel sein muss, wiederum seinen Kunden – also den Kundenkunden (KK) – den Mund wässrig zu machen und ihnen schlaflose Nächte zu bereiten.

Perspektivenwechsel ist angesagt, meine Damen und Herren, sagen wir dann. „’S Füdeli lupfa und den Platz wechseln.“ Aus der Sicht des Kunden denken, mit seinen Augen schauen. Seine Wege gehen und seine Gedanken verstehen.

Das ist schwer, ich weiß, aber wer es leicht haben will, der soll halt am Samstag auf den Fußballplatz zum SCR Altach gehen. Dort ist Spannung und Sieg so gut wie garantiert und beim Preis für eine Rote und ein Bier quasi schon mit dabei.

Es ist manchmal schon alleine darum schwer, mit des Kundenkundenkopf (KKK) zu denken, weil der K so verliebt in sein Produkt ist und so allwissend über dessen Vorzüge und USPs. Aber interessieren den KK all die Vorzüge, all die Daten und all die USPs, die ihm der K unbedingt mit großen Lettern mitteilen will? Was hat der KK denn für einen Nutzen davon, wenn er Ks Produkt einsetzt? Welche Botschaften müssen durch den Gehörgang des KKK, damit er dem K eine Freude macht und mit ihm handelseins wird, weil er sich verstanden und punktgenau angesprochen fühlt?

Wir helfen darüber nachdenken. Wir entwickeln Strategien und Konzepte. Aber ab und an kommen wir uns mit unseren heißgeliebten Ks ein wenig in die Haare. Dann nämlich, wenn wir zu heftig mit der Enttrohnung drohen, den K-Wunsch und K-Gefallen scheinbar ignorieren und hypnotisiert auf den KK starren, sorry.

Eh klar, du K bezahlst die Rechnung und schaffst drum auch an. Aber wenn der KK seinerseits für dein Produkt nicht zahlt, weil wir für den KKK nicht die richtigen Botschaften formuliert und Strategien gefunden haben, ist’s auch Essig, oder? Dann sind wir beide, lieber K, bald einmal einen K k – einen Kopf kürzer.


Lieber K, trotzdem lieben wir dich innig und heiß und wollen nur das Allerbeste für dich und die Deinen. Auch wenn du nicht mehr König bist – le roi est mort, vive le roi!


PS: Nächstes Altach Match ist am 04. April um 18.30 Uhr in der Altacher Chashpoint Arena – wir verschenken, den ersten zwei „Ja ich will“-Rückmeldern, je zwei Tickets.


Bernhard Weber, März 2015